den augenblick fühlen und verbuchstaben
Zerrissener
Hier nicht ganz und dort nicht mehr. Fern sein, schweben, den Heimathafen bersten lassen, während das Morgen in der Seele implodiert. Luxus unverbrauchter Ewigkeiten. Das Heute erdrückt. Jetzt schimmert fahl im weißen Augenschein und schließt zeitig die Nacht die bald kommt. Lässt mich los und weit weg. Beredet eure Schweigsamkeiten im starr ruhenden See und ersäuft mich, um entschwinden zu können. Geht es euch besser, wenn ich sage, dass ihr nichts dafür könnt? Wie fühlt sie sich an, diese Daunenhaftigkeit? Leicht wehen falsche Gefühle, schwingen ihre Schwerter im Schatten und ich muss mich schon selber knechten, um diese schwelenden Sonnenbrände kühlen zu können. Ich bleibe stark und werde schwach für den Moment, den ich nicht bereue. Wer die Knospe pflückt, wird sich wohl selten an der Blüte erfreuen können.
tiwaz’280509